Zutaten für 6 Portionen
- 1/2 l Milch
- 2 Stk Eier
- 6 EL Weizenmehl
- 1 Prise Salz
- 40 g Butter
- 1 1/2 l Rinderbrühe
- 3 Stk Karotten (optional)
- 1/2 Bund frischer Schnittlauch
Nährwerte
pro Portion- 245 Kalorien
- 10 g Eiweiß
- 12 g Fett
- 24 g Kohlehydrate
- 6 g Zucker
Tags
- Rind
- Mittagessen
- Suppe
- Vorspeise
- Herbst
- Winter
- Comfort Food
- Hausmannskost
- Regional
- Preiswert
- Österreich
- Alkoholfrei
- Laktosehaltig
- Glutenhaltig
- Nussfrei
Bemerkung des Kochs
Letzte Woche bin ich mit meiner Oma in der Küche gestanden und wir haben gemeinsam ihre Fritattensuppe gekocht. Für mich ist das nicht einfach eine Suppe, das ist ein Savegame aus meiner Kindheit: Sonntag Mittag, das Geschirr mit dem bunten Rand, und Oma die am Hackbrett steht und Palatschinken in Streifen schneidet, so dünn, dass man fast durchschauen kann. Das Geheimnis ist eigentlich keines: bei jeder Palatschinke ein kleines bisschen Butter, wirklich wenig Teig in der Pfanne (je dünner, desto besser), auskühlen lassen und dann mit viel Geduld superschmal schneiden. Klingt simpel, aber Oma hat da ungefähr 70 Jahre Erfahrungspunkte Vorsprung. Ich hab mitgeschrieben und mitfotografiert, damit dieses Rezept nie verloren geht. Die ersten beiden Palatschinken schaffen es bei uns übrigens nie in die Suppe, die werden gleich heiß aus der Pfanne mit Marmelade oder als "Zerfetzte" verputzt. Das gehört so. Als Suppe nehm ich meine kräftige Rindsuppe aus Suppenfleisch und Knochen. Eine gute gekaufte Rinderbrühe tut's zur Not auch, aber sagt das bitte nicht meiner Oma.
Arbeitsschritte
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Milch marsch
Wir starten mit einem halben Liter Milch in der Rührschüssel. Oma misst das nach Gefühl ab und liegt damit seit Jahrzehnten richtig. Für uns Normalsterbliche: 0,5 Liter.
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Eier aufschlagen
Zwei Eier dazu. Die Schale bleibt draußen, eh klar. Schaut euch diesen Dotter an – so eine Farbe kriegst du nur von Hendln, die ein schönes Leben haben.
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Verquirlen
Eine Prise Salz dazu und dann mit dem Schneebesen Milch und Eier ordentlich verquirlen. Kein Mixer, keine Küchenmaschine, nur ein Schneebesen und ein bisserl Schmalz im Oberarm. So wie früher.
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Mehl & der Schneebesen-Test
Jetzt kommt das Mehl, und zwar löffelweise: 6 gut gehäufte Esslöffel, einer nach dem anderen, und dazwischen immer weiterrühren, dann gibt's keine Klumpen. Ob der Teig passt, verrät euch der Schneebesen: herausheben und zuschauen wie es heruntertropft. Schaut es nicht mehr ganz flüssig aus, sondern leicht gebunden, ist der Teig genau richtig. Auf diesen Trick von Oma ist Verlass.
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Pfanne & Butter
Beschichtete Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze und ein kleines bisschen Butter hinein. Wirklich nur ein bisschen – wir backen Palatschinken, wir frittieren sie nicht. Wichtig: Oma macht das bei JEDER einzelnen Palatschinke so, nicht nur bei der ersten. Die Butterdose bleibt deshalb gleich neben dem Herd stehen.
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Die Erste
Eine kleine Kelle Teig in die Pfanne, schwenken, kurz warten, wenden. Die erste Palatschinke wird nie schön, das ist ein Naturgesetz und kein Grund zur Sorge. Die ersten beiden werden bei uns sowieso noch während dem Kochen verspeist: heiß aus der Pfanne mit Marmelade, oder einfach als "Zerfetzte" von der Hand in den Mund. Irgendwer muss ja kosten.
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Wenig Teig, hauchdünn
Und so geht es weiter, eine nach der anderen: wieder ein bisschen Butter, dann wirklich sehr wenig Teig in die Pfanne und sofort schwenken, damit er sich hauchdünn verteilt. Je dünner, desto besser. Wenn ihr glaubt es ist zu wenig Teig, ist es wahrscheinlich genau richtig. Oma macht das mit einer Ruhe, von der ich mir gern was abschauen würde.
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Goldbraun backen
- Dauer: 2 Min.
So soll sie ausschauen: hauchdünn, mit feinen Bläschen und einem zarten goldbraunen Muster. Pro Seite dauert das ungefähr eine Minute. Wenden, kurz fertigbacken, raus damit.
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Stapeln & auskühlen
- Dauer: 15 Min.
Alle fertigen Palatschinken auf einem Teller stapeln (das schöne Geschirr mit den Rosen ist Pflicht, ohne schmeckt's nur halb so gut) und dann komplett auskühlen lassen. Bitte nicht überspringen: nur ausgekühlt lassen sie sich wirklich schmal schneiden, warm picken sie zusammen. Geduld ist hier die wichtigste Zutat.
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Rollen & schneiden
Jetzt kommt der Teil, um den es eigentlich geht und der dem Rezept seinen Namen gibt: Eine ausgekühlte Palatschinke nach der anderen fest einrollen und mit einem scharfen Messer wirklich schmal schneiden. Oma macht das in einem Tempo und mit einer Gleichmäßigkeit, da kann ich nur staunend danebenstehen.
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Superdünn!
So dünn wie nur irgendwie möglich. Nudelbreite ist zu breit, wir reden hier von ein paar Millimetern. Omas Fritatten sind deshalb so gut, weil sie sich in der Suppe vollsaugen und trotzdem nicht zerfallen. Ich hab's auch probiert, meine waren halt eher "rustikal".
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Ab in die Suppe
Ein ordentlicher Berg Fritatten in den Suppenteller, mit kochend heißer Rindsuppe übergießen (bei uns war es meine kräftige Rindsuppe aus Suppenfleisch und Knochen, die im Hintergrund schon am Herd wartet), eine Karotte aus der Suppe dazu und frischen Schnittlauch drüber. Das ist Kindheit im Suppenteller. Danke Oma ❤️