Über das Projekt
Hallo. Ich bin Michael Wagner, und Royal Food Club ist das, was passiert, wenn jemand sechs Jahre lang darüber nachdenkt, wie er seine Rezepte eigentlich lieber sammeln würde — und dann den Fehler macht, Softwareentwickler zu sein.
Diese Seite erzählt, wer das hier gebaut hat und warum. Sie ist länger geworden als geplant, was ziemlich genau zum Rest des Projekts passt.
Michael Wagner, MSc. Aufgewachsen in Österreich, als Lehrling im Großhandel gestartet, nebenbei bei Hard- und Software hängen geblieben — und irgendwann ganz dorthin gewechselt.
Meinen Zivildienst habe ich beim Roten Kreuz gemacht, und darauf bin ich bis heute stolz. Menschen aus ihren schlechtesten Momenten herauszuhelfen, erschien mir sinnvoller als die Alternative, und ich würde jederzeit wieder so entscheiden.
Politisch bin ich links und liberal. Das muss man nicht teilen, um hier gute Rezepte zu finden, aber verschweigen wollte ich es auch nicht. Ansonsten mag ich Tiere. Katzen, Capybaras, Quokkas, Biber, Klippschliefer — warum die alle so knuffig sein dürfen, habe ich nie herausgefunden; ich habe nur akzeptiert, dass ein Abend, der für Code eingeplant war, auch mal bei einem Capybara-Video endet.
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich im Leben vor allem Glück. Ein stabiles, harmonisches Elternhaus, gute Freunde und starke Vorbilder. Mein Dad war der Ruhepol, meine Mum brachte Humor und Temperament mit. Meine Opas hatten dieses scheinbar allumfassende Wissen, eine nie versiegende Neugier und beide Füße fest auf dem Boden. Und meine Omas hatten zwei Dinge im Überfluss: die Leidenschaft fürs Kochen und für gutes Essen — und eine Geduld, die einfach nicht enden wollte.
Man muss nicht lange suchen, um zu erkennen, woher dieses Projekt kommt. Ich habe es nur in eine App gepackt.
Ich habe wenige Freunde. Dafür sehr gute. Danke, buddies — ihr wisst, wer gemeint ist. Und ich bin dankbar: für das Leben, für die Chancen, die ich hatte, und dafür, dass ich meine Abende damit verbringen darf, Dinge zu bauen, die niemand von mir verlangt hat.
Sozialisiert wurde ich mit Gameboy und SNES, in einer Zeit ohne KI, ohne Internet und ohne Social Media. Wer wissen wollte, wie ein Level weitergeht, fragte am Schulhof jemanden, der es auch nicht wusste. Man hat damals viel Zeit damit verbracht, Dinge selbst herauszufinden. Das prägt.
Die höhere Schule habe ich dann vorzeitig verlassen. Bei aller Eigenverantwortung: Die Hauptschuld tragen Azeroth und Sanktuario. World of Warcraft und Diablo hatten eine weit strengere Anwesenheitspflicht als mein Stundenplan, und ich war ein sehr pflichtbewusster Abenteurer.
Rückblickend war genau das die nützlichste Erfahrung meiner Jugend: früh und gründlich zu scheitern. Wer mit siebzehn einmal richtig auf die Nase fällt, weiß mit fünfunddreißig, dass ein gescheiterter Prototyp kein Weltuntergang ist, sondern Dienstag.
Gezockt wird trotzdem weiter. Drei Jahre lang habe ich auf Twitch gestreamt, meistens mit guten Freundinnen und Freunden als Co-Host und Koop-Partner — es war laut, chaotisch und eine der besten Zeiten überhaupt. Heute sind es vor allem Cozy Games und Side Scroller mit denselben Leuten. Die Reflexe werden schlechter, die Abende dafür gemütlicher.
Angefangen habe ich als Lehrling im Großhandel, gelernter Großhandels- und Bürokaufmann. Das ist kein Startpunkt, von dem aus man auf direktem Weg in die Softwareentwicklung kommt — aber die Liebe zu Hard- und Software und zu allem, was man selbst bauen kann, war längst da. Schon kurz nach der Lehrabschlussprüfung habe ich deshalb nebenbei die ersten IT-Projekte im Backoffice umgesetzt.
Ein paar Jahre später war „nebenbei“ nicht mehr genug — mir blieb gar nichts anderes übrig, als die Sache hauptberuflich zu machen. Also nahm ich den Umweg: nebenberuflich, Abend für Abend, habe ich mich zum Entwickler hochgelernt und die Fachakademie für Informatik durchgezogen.
Danach kam der Master mit Schwerpunkt Mobile Design, abgeschlossen mit Auszeichnung, mit einer Masterthesis über native und hybride Mobile-Frameworks. Übersetzt heißt das: Ich habe mich jahrelang freiwillig mit Themen beschäftigt, die auf keiner Party jemanden interessieren.
Seit mittlerweile sechzehn Jahren bin ich Softwareentwickler, und zwar mit Herz und Seele. Neun Jahre davon war ich nebenbei Lektor an der FH St. Pölten für Webdesign, UI/UX und Webtechnologien — 2025 habe ich das aus Zeitmangel beendet. Es fehlt mir mehr, als ich erwartet hätte.
Dazu kommt eine betriebswirtschaftliche Ausbildung als Fachwirt. Unromantisch, zugegeben. Aber praktisch, sobald ein Feierabendprojekt echte Rechnungen bekommt.
Die Idee zu dieser App ist sechs Jahre alt. Was danach kam, war weniger Programmieren als Graben: Statistiken über Zielgruppen, über Koch- und Essverhalten, Sinus-Milieus, Zahlen darüber, wie Menschen Rezepte-Apps tatsächlich benutzen statt wie sie es angeblich tun. Dazu UX-Story und UX-Design, UI-Design-Systeme, Entitäten und ihre Zusammenhänge.
Am Ende hat aber eine einzige Frage mehr entschieden als jede Statistik: Was würde ich selbst verwenden — und was erwarte ich davon?
Der Rest waren zahllose Nächte: Überlegungen, Design-Entwürfe, Namensumfragen im Freundeskreis (danke fürs Mitmachen, es waren wirklich viele Namen), Prototypen und Versuche, von denen etliche im Papierkorb gelandet sind.
Ich brauche ein Leidenschaftsprojekt neben der Arbeit. Etwas, an dem ich bauen kann, wenn ich in den Flow muss. Dann vergehen wieder Monate, in denen gar nichts passiert — und auch das ist völlig in Ordnung. Danach wird wieder monatelang gebrütet, entworfen und poliert.
Fünf Jahre On-/Off-Entwicklung später habe ich merklich mehr graue Haare, und ich finde täglich neue. Vermutlich vom Verfahren, die Marke beim EUIPO schützen zu lassen.
Ich hatte das Pech, den größten Teil dieses Projekts vor fünf Jahren zu entwerfen — in einer Zeit, in der KI noch Wunschdenken war. Also habe ich Architektur, Modell und Konzept selbst entworfen — sauber genug, dass sie bis heute tragen.
Ich habe aber auch das Glück, in einer Zeit zu veröffentlichen, in der sich das ganze Umgebungsrauschen mit Hilfe von KI erledigen lässt. Tests, Texte, Simulationen, Fleißarbeit — da nimmt sie mir viel ab. Auch dieser Text hier ist mit ihrer Unterstützung in Form gebracht worden; die Stichpunkte, die Haltung und die Fehler darin sind meine.
Und ich habe das Pech, in einer Zeit zu veröffentlichen, in der schnell der Gedanke naheliegt, die KI habe die eigentliche Arbeit gemacht — heute ist ja jeder und sein Großvater Vibe-Coder.
Deshalb, freundlich gemeint: Probiert es. Ein Produkt, bei dem die Teile zueinander passen — genau genommen ein ganzes Gefüge aus App, API und Website, über Jahre mit Schweiß und dem einen oder anderen Tränchen entstanden — bekommt man nicht in ein paar Wochen zusammengepromptet. Jedenfalls noch nicht. Und darüber bin ich, ehrlich gesagt, ganz froh.
Vermutlich werden genau diese Zeilen einmal richtig schlecht altern.
Royal Food Club ist ein Leidenschaftsprojekt und nicht auf Gewinn ausgelegt. Es soll mir und euch ein stabiles, schönes, sauber geplantes Werkzeug geben, das nicht im Weg steht und sich auf seine Kernfunktionen konzentriert.
„Kernfunktionen“ heißt hier ausdrücklich nicht: Einkaufsliste, Kostenrechner, Budgetplaner, Kalorien-Coach. Der Gedanke dahinter ist ein schlichterer: Ich nehme dafür lieber das hier als Pinterest. Eine konsistente, durchdachte Oberfläche. Köchinnen und Köche, denen ich folge. Sich vernetzen, sich durch den Feed treiben lassen, Rezepte ausprobieren und speichern. Mehr braucht es nicht.
Viele Ideen wurden gewälzt und wieder verworfen. Das Verwerfen war zuverlässig der anstrengendere Teil.
Gründlich unterschätzt habe ich, was eine stabile Umgebung an Overhead kostet. Und die vollständigen Übersetzungen, die vermutlich kein Mensch braucht und auf denen ich trotzdem bestanden habe. Deshalb gibt es ein paar — wirklich wenige — Werbeplätze, unaufdringlich in den Feed gemischt, und ein freiwilliges Unterstützer-Abo für wenig Geld: keine Werbung mehr und ein paar Premium-Funktionen.
Das Ziel ist erst einmal Wachstum. Und dahinter steht ein Satz, der kein Businessplan ist, mich aber durch fünf Jahre getragen hat: Wer sein Projekt und seine schöpferische Arbeit liebt, wird damit Erfolg haben.
Neben der Arbeit als Entwickler gab es immer schon Projekte. Game Design, Webdesign und App-Design beschäftigen mich, seit ich denken kann, und einige dieser Ideen haben die Prototyp-Phase tatsächlich überlebt.
Ein paar Prototypen liegen außerdem noch da und warten darauf, dass ich sie endlich mit meinem Designer-Buddy Sebastian umsetze — allen voran Jelly Bubbles und das Jump'n'Run, von dem wir seit gefühlt einem Jahrzehnt reden. Sebastian, falls du das liest: Ich weiß. Ich weiß.
Wer neugierig ist und ein paar der alten Releases ausprobieren möchte: Die liegen auf xSheetGames.com. Die Seite ist alt und sieht auch genau so aus — bitte beurteilt mein UI-Design nicht danach.
Mein Sport kommt in Phasen. Es gibt Zeiten mit viel Bewegung — Bogenschießen, Skifahren, Gym, Wandern — und es gibt Zeiten, in denen stattdessen mehr gekocht, fotografiert oder E-Gitarre gespielt wird. Tennis spiele ich außerdem gern und ausgesprochen mittelmäßig; Begeisterung und Können fahren dort seit Jahren getrennte Kurven.
Konstant bleibt nur zweierlei: Zeit mit der Familie, und viel Kochen und noch mehr Essen. Ich bin leider Foodie. Rein rechnerisch wären dauerhafte Sport-Phasen für mich also die klügere Wahl.
Der Satz ist geklaut, aber ich stehe voll dahinter. Metalcore, Metal, Rock, Alternative — hat es Gitarren, bewegt es mich. Dazu besitze ich eine erschreckende Anzahl musikalischer Guilty Pleasures, die an dieser Stelle unerwähnt bleiben. Das ist keine Verhandlungssache.
Viel zu selten, aber immer noch: Spaß-Proben mit meinen alten Bandkollegen. Und wenn die Zeit reicht, verschwinde ich ins Homerecording — Cubase, Gitarren, Synths, Vocals. Nicht, weil die Welt auf das Ergebnis wartet, sondern weil ein Nachmittag mit Kopfhörern, einem Riff und einem viel zu langen Hall der beste Kopfreiniger ist, den ich kenne.
Ein paar Dinge habe ich bewusst aus der Hand gegeben, weil andere sie schlicht besser können. Das Logo-Design stammt von der Designerin Nina Pils — danke dafür.
Danke an Heli, die seit der Alpha-Phase mit Bugs, Abstürzen und allerhand Ärger gelebt hat — und trotzdem geblieben ist. Ein paar der Rezepte hier sind ihre, eingepflegt zu einem Zeitpunkt, an dem beim Speichern noch nicht sicher war, ob sie das auch überleben würden.
Der größere Teil dieses Dankes geht allerdings nach vorne, denn die Beta steht noch aus: Wer sie mitmacht, benutzt freiwillig etwas, das noch nicht fertig ist, und meldet mir Dinge, die ich selbst längst nicht mehr sehe, weil ich seit fünf Jahren viel zu nah dran bin. Ich weiß jetzt schon, dass das die wertvollste Rückmeldung des ganzen Projekts sein wird.
Und danke an alle, die Geduld hatten: mit meinen Fragen zu ihrem Kochverhalten, mit der immer gleichen Bitte, doch noch ein paar Rezepte für die Beta einzupflegen, und mit einem offenen Ohr, wann immer ich eines gebraucht habe.
Ich wünsche euch viel Spaß mit Royal Food Club. Und ich wünsche mir, dass ganz viele tolle Rezepte in dieser Sammlung landen.